Wer jeden Monat Rentenbeiträge zahlt, dürfte einen einfachen Gedanken haben: Mein Geld landet später einmal wieder bei mir.
Ganz stimmt das allerdings nicht. Denn die gesetzliche Rentenversicherung finanziert nicht nur klassische Rentenansprüche von Menschen, die Beiträge eingezahlt haben. Sie übernimmt auch zahlreiche Leistungen, für die nie Beiträge geflossen sind. Dadurch fehlen pro Jahr 40 Milliarden Euro in der Rentenkasse, die die Beitragszahler schultern müssen …
Die Zahlen sind gewaltig. Nach Berechnungen der Deutschen Rentenversicherung beliefen sich die sogenannten nicht beitragsgedeckten Leistungen im Jahr 2023 auf rund 124 Milliarden Euro. Dazu zählen etwa Kindererziehungszeiten, bestimmte Hinterbliebenenleistungen …
Dem standen Bundeszuschüsse von lediglich etwa 84 Milliarden Euro gegenüber. Unterm Strich blieb eine Finanzierungslücke von knapp 40 Milliarden Euro …
Die Betroffenen erhalten diese Ansprüche zu Recht. Die Frage ist lediglich, wer die Rechnung bezahlen soll … dass gesamtgesellschaftliche Aufgaben grundsätzlich aus Steuermitteln und nicht aus den Beiträgen der Versicherten finanziert werden sollten. Zu den größten Posten gehören die frühere Höherwertung von Ost-Entgelten nach der Wiedervereinigung, Kindererziehungszeiten für vor 1992 geborene Kinder …
Alle Leistungen eint, dass es politische Entscheidungen waren, die gesellschaftlich gewollt sind und bis heute breite Zustimmung genießen …
Für viele Experten ist das ein Signal, wie künftige Reformen aussehen könnten: Sozialpolitische Leistungen ja, aber bezahlt vom Staat und nicht allein von den Beitragszahlern.
Trotz der klaren Empfehlung bleibt die Zukunft offen. Über die Umsetzung entscheidet am Ende die Politik …
Quelle: Artikel von Stefan Doerr auf msn.com
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