Armut im Alter zeigt sich nur selten in sichtbaren Extremfällen wie Flaschensammeln. Sie beginnt statistisch weit früher: 2025 lag die offizielle Armutsgrenze für Alleinstehende bei 1.314 Euro netto im Monat …
Absolute Armut ist noch einmal strenger definiert: Hier geht es um das physische Existenzminimum. Für Ältere soll die Grundsicherung im Alter dieses Minimum abdecken; sie liegt derzeit bei rund 934 Euro monatlich und sichert lediglich das Überleben …
Zwischen Grundsicherung und Armutsgrenze klafft damit eine Lücke von mehreren Hundert Euro, in der viele ältere Menschen statistisch nicht „ganz arm“ sind, ihren Alltag aber nur mit massiven Einschränkungen finanzieren können.
Über 10 Millionen Betroffene: Wer besonders gefährdet ist
Statistisch gelten rund 54 Prozent der Ruheständler in Deutschland als armutsgefährdet, weil ihre Bezüge unter 1.100 Euro netto liegen. Hinter diesen Zahlen stehen typische Muster: Viele Frauen haben wegen Kinderbetreuung oder Pflege Angehöriger weniger Rentenpunkte erworben …
Laut Auswertungen des Statistischen Bundesamts lebten 2024 rund 3,54 Millionen Menschen über 65 offiziell unterhalb der Armutsgrenze, die Armutsgefährdungsquote liegt bei knapp 20 Prozent …
3.300 Euro brutto: Gehaltsschwelle gegen spätere Armut
Armut im Ruhestand wird bereits während des Erwerbslebens programmiert. Nach Berechnungen der Linken im Bundestag sind rund 3.300 Euro Bruttolohn pro Monat nötig, um nach 45 Beitragsjahren eine gesetzliche Rente oberhalb der Armutsgrenze von derzeit 1.378 Euro netto zu erzielen. Rund 9,2 Millionen Beschäftigte liegen darunter, so die Auswertung einer Regierungsantwort …
Etwa 40 Prozent aller sozialversicherungspflichtigen Vollzeitkräfte verdienen weniger als 3.500 Euro monatlich, 4,6 Millionen sogar unter 2.750 Euro. Frauen sind besonders betroffen: Ihre Ansprüche aus der gesetzlichen Versicherung liegen im Schnitt um etwa 31 Prozent unter denen von Männern …
Die gesetzliche Rente deckt laut Alterssicherungsbericht 2024 im Schnitt nur noch 53 Prozent des früheren Bruttoeinkommens …
Quelle: Artikel von Martin Wald auf merkur.de
