Gerda ist 62 Jahre alt und hat nach eigenen Angaben 43 Jahre lang Vollzeit gearbeitet. Ihr Berufsleben begann früh, Pausen gab es kaum, die Beiträge zur gesetzlichen Rentenversicherung wurden über Jahrzehnte gezahlt.
Heute bekommt sie rund 1.500 Euro im Monat. Für viele klingt diese Summe zunächst solide. Doch Gerdas Fall zeigt, warum eine lange Erwerbszeit allein nicht automatisch zu einer hohen Altersrente führt.
1.500 Euro Rente nach 43 Jahren Arbeit
Der gestzliche Anspruch richtet sich nicht nur nach der Zahl der Arbeitsjahre. Entscheidend ist vor allem, wie viel jemand im Vergleich zum Durchschnitt aller Versicherten verdient hat. Wer in einem Jahr genau den Durchschnittsverdienst erreicht, erhält dafür einen Entgeltpunkt …
Gerda kann also jeden Monat Vollzeit gearbeitet und dennoch weniger Ansprüche aufgebaut haben als jemand mit gleichem Arbeitsumfang, aber höherem Gehalt. Die Rentenversicherung bewertet nicht die Anstrengung, sondern das beitragspflichtige Einkommen. Genau darin liegt für viele Betroffene die Enttäuschung.
Hinzu kommt, dass sich Löhne im Laufe eines Arbeitslebens stark verändern können. Niedrige Einstiegsgehälter, lange Phasen mit nur kleinen Lohnerhöhungen oder Beschäftigung in tarifschwachen Branchen wirken sich über Jahrzehnte aus. Am Ende summieren sich diese Unterschiede …
Gerade bei alleinlebenden Rentner(innen) fällt das stark ins Gewicht. Eine Warmmiete von 700 oder 800 Euro kann einen großen Teil der monatlichen Einnahmen binden. Dann entscheidet nicht die Bruttorente über die Lebensqualität, sondern das Geld, das nach festen Kosten übrig bleibt.
Quelle: Artikel von Carolin-Jana Klose auf gegen-hartz.de
Für weitere Artikel zum Thema Rente klicken Sie hier.
