Die niederländische Zentralbank zieht Gold aus New York ab. Der Grund dafür sitzt im Weißen Haus und heißt: Donald Trump.
Die Erklärung war eindeutig. „Angesichts zunehmender geopolitischer Unruhen arbeitet die DNB daran, ihre Krisenvorsorge zu stärken“, hieß es in einer Mitteilung der niederländischen Zentralbank DNB. Die Krisenvorsorge, um die es geht, sieht konkret so aus: Die Niederlande ziehen 86 Tonnen Gold aus den USA ab. Und die Botschaft auf das geopolitische Umfeld ist unmissverständlich. Es geht um US-Präsident Donald Trump.
Der hatte zuletzt nicht allein mit Angriffen auf die US-Notenbank Fed für Aufsehen gesorgt. Mit dem alten Fed-Chef Jerome Powell führte Trump öffentlich eine Debatte über Zinsentscheidungen – öffentliche Beleidigungen inklusive. Auch Powells Nachfolger Kevin Warsh zog Trumps Unmut auf sich. Die Entwicklung der Renditen der US-Staatsanleihen beschäftigt weltweit die Finanzmärkte.
In Europa sorgen sich deshalb viele um die Zuverlässigkeit der USA. Frankreich hatte zu Jahresbeginn bekannt gegeben, auch die letzten 120 Tonnen an Goldreserven aus den USA weggeschafft zu haben. Aus „politischen Gründen“, wie die Notenbank erklärte. Nun folgten die Niederlande …
„Mit diesem Schritt haben wir die Einsatzfähigkeit der Goldreserve verbessert“, erklärte der niederländische Zentralbank-Chef Olaf Sleijpen. Das klang sehr technisch. Doch hatte sich schon sein Vorgänger Klaas Knot irritiert über Trumps Angriffe auf die Notenbank Fed gezeigt. „Wir gehen zwar davon aus, dass wir das Gold niemals einsetzen müssen“, sagte DNB-Chef Sleijpen. Das klang noch beruhigend nach dem typischen Ton des Unterstatements der Notenbankerinnen und Notenbanker. Allerdings fügte Sleijpen auch hinzu: „Dies ist notwendig, um unsere Widerstandsfähigkeit und Vorsorge zu stärken.“ Im Klartext: Trump und seiner Regierung ist nicht recht zu trauen …
Bleibt der Blick auf die Bundesbank in Frankfurt. Sie verfügt insgesamt über Goldbestände von knapp 3.350 Tonnen, die zweitgrößten Vorräte nach den USA. 51 Prozent der Goldreserven der Bundesbank liegen in Frankfurt am Main. Rund 37 Prozent werden in New York gebunkert, gut zwölf Prozent in London …
Quelle: Artikel von Peter Riesbeck auf fr.de
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