Finanzminister Klingbeil stellt einen Haushalt mit historischen Schulden vor. Besonders eine Zahl zeigt, wie teuer dieser Kurs werden könnte.
Berlin – Deutschland nimmt so viele Schulden auf wie nie zuvor. Finanzminister Lars Klingbeil wird am Dienstag im Bundestag seinen Haushaltsentwurf für 2027 vorstellen – und die Zahlen sind historisch. Inklusive der schuldenfinanzierten Sondervermögen für Infrastruktur, Klimaneutralität und die Bundeswehr summieren sich die neuen Kredite auf rund 203,7 Milliarden Euro. Das ist mehr als je zuvor in der Geschichte der Bundesrepublik …
Zinslast verdoppelt sich bis 2030
Der Preis für diese Schulden ist hoch. Allein für Zinszahlungen veranschlagt der Bund im kommenden Jahr rund 41,9 Milliarden Euro. Bis 2030 soll diese Summe auf voraussichtlich 80,7 Milliarden Euro steigen – fast eine Verdoppelung innerhalb von drei Jahren. Zum Vergleich: Der Etat des Bundesverkehrsministeriums liegt 2027 bei rund 26,4 Milliarden Euro. Die Zinslast fällt damit bereits deutlich höher aus als ein kompletter großer Investitionsetat …
Schwache Wirtschaft belastet Haushalt
Der Haushaltsentwurf entsteht in einem schwierigen wirtschaftlichen Umfeld. Für 2027 rechnet die Bundesregierung nur noch mit einem realen Wirtschaftswachstum von 0,9 Prozent. Eine schwache Konjunktur belastet die Staatsfinanzen doppelt: Sie dämpft die Steuereinnahmen und erhöht zugleich den Druck auf Sozial- und Arbeitsmarktausgaben …
Auch die Bundesagentur für Arbeit meldet für 2027 zusätzlichen Finanzbedarf. Wegen der angespannten Lage am Arbeitsmarkt wird ein Mehrbedarf von 5,2 Milliarden Euro veranschlagt …
Quelle: Artikel von Marcel Reich auf merkur.de
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