Was in Paris ist, bleibt in Paris? Von wegen. Das erneute Scheitern der französischen Regierung und die angekündigte Streikwelle stellen das Eurosystem vor eine Belastungsprobe, gegen die Griechenland-Rettung ein Kinderspiel war.
Rien ne va plus. Nichts geht mehr. Frankreich ist unter seiner Schuldenlast zusammengebrochen. 116 Prozent der Wirtschaftsleistung, das sind 3,3 Billionen Euro Staatsschulden lasten auf dem Land – in absoluten Zahlen mehr als auf jeder anderen Volkswirtschaft der Eurozone. Premier François Bayrou wollte das ändern und ist gescheitert. Präsident Emmanuel Macron muss bereits den vierten Regierungschef in zwei Jahren ernennen – ein politischer Offenbarungseid und ein Alarmsignal für Europa.
Die Finanzmärkte reagieren gnadenlos. Französische Staatsanleihen sind inzwischen riskanter bepreist als die griechischen – ein historischer Tabubruch. Allein für Zinsen zahlt Paris schon heute 67 Milliarden Euro im Jahr, bald könnten es über 100 Milliarden sein. Damit fließt mehr Geld an die Gläubiger als in zentrale Zukunftsaufgaben wie Bildung. Investoren zweifeln offen, ob Frankreich seine Finanzen nochmal in den Griff bekommen wird …
Quelle: Artikel von Oliver Stock auf focus.de
