Durch Fortschritte in Künstlicher Intelligenz, Automatisierung und Robotik drohen Millionen von Jobs in Deutschland und auf der ganzen Welt bis 2030 zu verschwinden. Betroffen dürften vorrangig repetitive Tätigkeiten sein. Roboter bedienen Kassen im Supermarkt, KI schreibt Code für Programme und Drohnen stellen Pakete zu.
Kassierer im Einzelhandel
Ein Kassierer im Einzelhandel scannt Waren, wickelt Zahlungen ab, gibt Wechselgeld heraus oder bearbeitet Reklamationen. Es gibt gleich mehrere Gründe, warum dieser Job bis 2030 vollständig verschwinden könnte. Die größte Bedrohung für klassische Kassierer dürften Self-Checkout-Systeme sein, die schrittweise in Supermärkten Einzug erhalten …
Taxi- und Uberfahrer
Taxifahrer transportieren ihre Fahrgäste sicher zum gewünschten Ziel, sie planen Routen, kassieren Fahrgelder und helfen beim Verstauen des Gepäcks. Dieser Job hat sich in den vergangenen Jahren aufgrund von Navigationshilfen oder der Einführung von Uber in Deutschland stark verändert. Bis 2030 könnten diese Berufe gänzlich verschwinden.
In den USA ist autonomes Fahren weit fortgeschritten und bereits im Einsatz. Auch in Deutschland werden selbstfahrende Taxis ohne menschliche Fahrer nur eine Frage der Zeit sein …
Bankangestellte und Schalterkunden
Bankangestellte am Schalter beraten Kunden der Bank bei Fragen zu Konten, Krediten oder Sparplänen. Sie führen Ein- und Auszahlungen durch, bearbeiten Überweisungen, wechseln Geld und geben Hilfe bei Formularen. Für Jobs wie diese wird ein Stellenrückgang von 15 Prozent erwartet, da die Digitalisierung weiter voranschreitet …
Einige Neobanken wie N26 oder DKB operieren sogar schon lange ohne Filialen. Oft sind günstigere Konditionen die Folge, da diese filiallosen Banken viele Kosten für Miete und Personal sparen. Einige traditionelle Banken liefern mit KI-Chatbots Abhilfe bei Transaktionen …
Telemarketer
Telemarketer kontaktieren Kunden per Telefon und bieten ihnen Produkte oder Dienstleistungen an. Sie führen Verkaufsgespräche, bearbeiten Einwände, qualifizieren Leads und dokumentieren ihre Kontakte in CRM-Systemen. Künstliche Intelligenz dürfte der Grund sein, warum es diese Jobs bis 2030 nicht mehr geben wird.
Immer mehr Unternehmen setzen auf KI-Chatbots im Service und sogar automatisierte Anrufsysteme sind keine Seltenheit mehr …
Buchhalter und Lohnabrechner
Buchhalter führen Buchungen durch, erstellen Bilanzen und Jahresabschlüsse, prüfen Rechnungen, beraten zu Steuerfragen und unterstützen bei finanziellen Entscheidungen. Lohnabrechner haben ganz ähnliche Aufgaben mit Fokus auf der Berechnung von Gehältern, Abzügen oder Sozialversicherungen.
Der Grund, warum es diese Jobs vermutlich bald nicht mehr geben dürfte, sind Künstliche Intelligenz und Cloud-Software. Repetitive Aufgaben wie Buchungen, Rechnungsprüfungen oder Lohnabrechnungen werden von KI-Tools und RPA (Robotic Process Automation) übernommen. Buchhaltungssoftware wie Lexware oder SAP S/4HANA kann solche Prozesse vollständig automatisieren …
Postboten und Sortierer
Postboten stellen Briefe, Pakete und Zeitungen zu, prüfen Adressen und kümmern sich um Einschreiben. Ein Sortierer trennt Sendungen nach Postleitzahlen, bedient Maschinen, leert Fächer und scannt Pakete in Logistikzentren. Auch wenn das schwer vorstellbar ist, dürften diese Jobs bald von der Technik erledigt werden.
In Ländern wie den USA, China oder Japan werden Zustellungen per Drohne bereits getestet. Amazon bietet mit Amazon Prime Air sogar einen eigenen Dienst für Lebensmittel und Pakete an. Außerdem wird das Briefvolumen durch E-Mails und Apps für digitale Post reduziert und KI hilft bei der Programmierung von automatisierten Sortieranlagen …
Rezeptionisten und Sekretäre
Rezeptionisten begrüßen ankommende Gäste, vermitteln Anrufe, verwalten Termine, organisieren Post und sind generell die erste Anlaufstelle in Hotels oder Büros. Sekretäre planen Terminkalender, bearbeiten Korrespondenz, protokollieren Meetings und unterstützen Führungskräfte administrativ.
Check-ins, Terminbuchungen oder ähnliche Anfragen können mithilfe von Tools wie Calendly oder Microsoft Teams vollständig automatisiert werden. Auch werden Menschen durch KI-Avatare ersetzt und Sprachassistenten wie Google Duplex übernehmen die Kommunikation. Routinebasierte Aufgaben wie die eines Rezeptionisten haben ein besonders hohes Automatisierungsrisiko …
Zählerableser
Strom-, Gas-, Wasser- oder Fernwärmezähler in Haushalten oder von Firmen werden von Zählerablesern mithilfe von mobilen Geräten oder Apps überprüft. Sie prüfen Zähler auf Manipulationen oder Defekte und notieren Verbrauchswerte für Abrechnungen. Bei Störungen oder unzugänglichen Zählern gelangen sie in Kontakt mit Kunden.
Der Job des Zählerablesers dürfte bis 2030 verschwinden, denn smarte Zähler, die Verbrauchsdaten automatisch und in Echtzeit übertragen, drängen auf den Markt. In Deutschland sind moderne Zähler seit 2025 ohnehin Pflicht, was die manuelle Ablesung in den meisten Fällen überflüssig macht.
Quelle: Artikel von Marco Tito Aronica auf giga.de