Zwischen Silicon-Valley-Hochglanz und apokalyptischem Tech-Fieber entsteht gerade ein neuer Kult: Recursive Self-Improvement, kurz RSI. Die Idee ist simpel und komplett wahnsinnig zugleich. Eine KI analysiert sich selbst, entdeckt Schwächen, schreibt besseren Code für sich selbst und startet die nächste Version – wieder und wieder und wieder …
Evolution ohne Stoppknopf
Der Begriff „rekursiv“ klingt erstmal nach Informatik-Vorlesung und kaltem Kaffee, aber in Wahrheit geht’s um etwas viel Größeres. Die KI soll nicht einfach nur Aufgaben lösen. Sie soll lernen, wie sie besser lernen kann. Das ist der Unterschied zwischen einem Taschenrechner und einer Spezies …
Während heutige Modelle bloß auf Zuruf reagieren, träumt Recursive davon, dass Maschinen eigenständig forschen, neue Ideen entwickeln, Experimente testen und daraus neue, bessere Versionen ihrer selbst bauen. Ein endloser Kreislauf digitaler Mutation …
Die neuen Punks aus dem Valley
Das Verrückteste daran: Die Szene wirkt inzwischen fast religiös. Milliarden fließen in Firmen, die offen darüber reden, künstliche Superintelligenz zu erschaffen, während Politiker noch über ChatGPT-Hausaufgaben diskutieren. Die Neolabs – kleine Hardcore-Forschungsteams mit Monsterfinanzierung – benehmen sich wie Garagenbands kurz vor der digitalen Revolution. Nur dass ihre Verstärker atomgetriebene GPU-Cluster sind …
Quelle: Artikel von Günther Suchy auf merkur.de
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