Der Silberpreis ist in zwölf Monaten um 270 Prozent in die Höhe geschossen. So rasant verteuert sich nicht einmal Gold. Was ist der Grund dafür – und wie sind die weiteren Aussichten?
Die Rekordjagd bei Edelmetallen setzt sich auch im neuen Börsenjahr ungebrochen fort. Erst in dieser Woche hat der Goldpreis die Schallmauer von 5.000 Dollar durchbrochen. Silber überwand erstmals in der Börsengeschichte die runde Marke von 100 Dollar und stellte bei 117,69 Dollar eine neue Bestmarke auf.
Bereits im vergangenen Jahr zählten die beiden Edelmetalle zu den Anlegerlieblingen an den Börsen: Sowohl Gold als auch Silber stiegen so stark wie seit 1979 nicht mehr. Allerdings verteuerte sich Silber deutlich rasanter: Gold legte 2025 um knapp 65 Prozent zu – Silber sogar um 148 Prozent.
Solar-Boom schürt Nachfrage der Industrie
Bei Silber kommt noch ein zusätzlicher Kurstreiber hinzu: die Nachfrage aus der Industrie. Über die Hälfte der Silbernachfrage entfällt auf industrielle Anwendungen …
Produktion kommt nicht hinterher
Doch nicht nur hier wird Silber benötigt. Auch in der Elektromobilität, Elektronik, Hightech-Fertigung und Kommunikationstechnik ist die Nachfrage groß – ebenso wie bei Rechenzentren angesichts des Booms um Künstliche Intelligenz.
Die weltweite Silberproduktion kann mit dem hohen Bedarf allerdings nicht Schritt halten. Das hängt auch damit zusammen, dass über 70 Prozent der weltweiten Silberproduktion als Nebenprodukt bei der Gewinnung von Blei, Zink, Kupfer und Gold anfallen. Nur etwa 30 Prozent stammen aus primären Silberminen. Das schränkt die Fähigkeit der Branche ein, schnell auf höhere Preise durch Produktionssteigerungen zu reagieren.
Engpässe auf der Angebotsseite heizen den Preisanstieg somit weiter an. Analysten sprechen von einem „strukturellen Angebotsdefizit“: Für viele ist das der Kern der Silber-Story. Zugleich verleiht es der Preisrally bei dem Edelmetall Nachhaltigkeit – ein großer Unterschied zu den rein spekulativ getriebenen Aufschwüngen der Vergangenheit …
Quelle: Artikel von Angela Göpfert auf tagesschau.de
