Rohstoffe werden zum strategischen Muss: Geopolitische Spannungen, KI-getriebene Nachfrage und strukturelle Angebotsdefizite machen sie zum entscheidenden Diversifikationsbaustein.
In einem von Alice Kazak moderierten Webinar skizzierte Evy Hambro, Leiter des BlackRock-Rohstoff-Teams und Portfoliomanager des BGF World Mining sowie BGF World Gold, ein eindringliches Bild der aktuellen Lage an den globalen Rohstoffmärkten. Seine Botschaft war klar: Das klassische 60/40-Portfolio hat ausgedient – zumindest als alleiniges Diversifikationsinstrument.
Hambro eröffnete das Webinar mit einer grundlegenden These: Die bewährte Aufteilung zwischen Aktien und Anleihen habe in den vergangenen fünf Jahren deutlich weniger Diversifikationsschutz geboten als in den zwei Jahrzehnten zuvor. In einer Welt, die von geopolitischen Spannungen – vom US-Israel-Iran-Konflikt über den Ukraine-Krieg bis hin zu den Verwerfungen rund um Taiwan – sowie von der KI-Revolution geprägt sei, brauche es neue Ansätze. „Diversifikation ist in einer fragmentierteren und volatileren Welt von größter Bedeutung“, betonte Hambro.
Gold spiele dabei eine besondere Rolle. Angesichts der hohen Konzentration vieler Portfolios auf die sogenannten „Magnificent Seven“ Tech-Aktien empfahl Hambro, Gewinne zu realisieren und Kapital umzuschichten: „Es ist sinnvoll, einen Teil der Gewinne mitzunehmen und das Kapital neu zu allokieren.“
Seit 2025 hat sich die Lage weiter zugespitzt: Die USA erhoben massive Zölle auf Stahl, Aluminium und Kupfer, während China mit Exportbeschränkungen bei Seltenen Erden, Silber und Düngemitteln reagierte. Chinas neuer Fünfjahresplan vom März 2026 macht die Sicherung strategischer Rohstoffe zur nationalen Priorität – ein Zeichen, dass der Rohstoffnationalismus kein vorübergehendes Phänomen ist …
Staatsverschuldung und die Flucht in Gold
Hambro zeichnete auch ein düsteres Bild der öffentlichen Finanzen. Japan liegt bei einer Schuldenquote von rund 255 Prozent des BIP, die USA, Frankreich und das Vereinigte Königreich bewegen sich ebenfalls über der 100-Prozent-Marke – mit steigender Tendenz bis 2035. Die Konsequenzen seien generationenübergreifend: „Kinder und Enkelkinder werden unter den Lasten der Verschuldung leiden. Die sich in immer neue Dimensionen aufblähende Rechnung wird nicht kleiner werden.“ …
Quelle: Artikel von Helge Rehbein auf dasinvestment.com
